Führen durch Vorführen: Warum Dein Team nur so weit geht wie Du

Wir haben so viele Erwartungen an unsere Mitarbeiter und Kunden – und sind selbst oft kein Deut besser. Warum Führen durch Vorführen einer der wichtigsten Sätze im Unternehmertum ist, wie Du ihn im Alltag lebst, vom längeren Freitag bis zum Attacke-Tag, und warum der König vorne reiten muss.

Führen durch Vorführen ist einer der wichtigsten Sprüche, die ich überhaupt in meinem ganzen Unternehmertum gelernt habe. Und ich durfte dazu in meinem Leben selbst sehr viel lernen.

Es geht um etwas ganz Einfaches: Wir haben so viele Erwartungshaltungen an unsere Mitarbeiter und an unsere Kunden. Aber wir selbst sind doch oft kein Deut besser. Ich habe mir Führen durch Vorführen deshalb auf die Fahne geschrieben. Weil ich nichts, aber auch wirklich gar nichts von meinen Mitarbeitern verlange, was ich nicht selbst bereit bin zu machen.

In diesem Artikel zeige ich Dir an konkreten Beispielen, was das im Alltag heißt – im Büro, in der Werkstatt, auf der Baustelle, im Vertrieb und bei Deinen Kunden.

Was bedeutet Führen durch Vorführen?

Tobias Schott, Unternehmer und Mitgründer von Racoon Media, an einer Glaswand
Nichts verlangen, was ich nicht selbst bereit bin zu machen.

Führen durch Vorführen heißt: Du verlangst von Deinem Team nichts, was Du nicht selbst vormachst. Du führst nicht durch Anweisungen, sondern durch Vorgeben und Vorleben. Andere sagen Führen durch Vorbild – ich sage bewusst Vorführen, weil es nicht reicht, ein Vorbild zu sein, das man von Weitem bewundert. Du musst es zeigen, mitten drin, vor den Augen Deiner Leute.

Das ist der Kern von allem, was wir mit „Machen ist wie wollen, nur krasser“ meinen: Du bist der Macher. Wenn Du nicht machst, macht auch kein anderer.

Wie sagst Du „Wir machen heute länger“, ohne dass es ein Befehl ist?

Indem Du selbst bleibst. „Wir machen länger. Ich bleibe da. Wer kommt mit?“ ist eine ganz andere Hausnummer, als zu sagen: „Ihr müsst länger machen.“ Länger machen ist Chefsache.

Du wirst sehen: Wenn Du selbst sagst, ich gehe die Extrameile, dann kommen auch Leute mit – weil sie sehen, dass es sich lohnt. Der Chef ist auch dabei. Er sagt nicht einfach nur: Macht. Genau so fängt es an: mit einem Freitag, der mal länger geht, und einem Chef, der als Letzter das Licht ausmacht.

Führen durch Vorführen: „Ihr müsst länger machen“ gegen „Wir machen länger, ich bleibe da, wer kommt mit?“
Sagen oder vormachen: „Ihr müsst länger machen“ ist ein Befehl – „Ich bleibe da, wer kommt mit?“ ist Führung.

Was ist, wenn am Wochenende gearbeitet werden muss?

Dann bist Du der Erste, der da ist. Was erwartest Du denn von Deiner Mannschaft, wenn die am Wochenende arbeiten muss und Du sitzt am Badesee oder machst Deinen Winterurlaub?

Damit wir uns richtig verstehen: Wenn Du Deinen Laden im Griff hast, wenn alles läuft, dann tu das. Genieß Dein Wochenende. Alles gut. Aber wenn es drauf ankommt, dann musst Du derjenige sein, der vorführt. Der sagt: „Leute, lasst uns am Samstag ran.“ Und wer als Chef selbst die Vier-Tage-Woche einführt, weil er keinen Bock hat, braucht sich über ein Team ohne Einsatz nicht zu wundern – dazu mehr in „Machen ist wie wollen, nur krasser“.

Der Attacke-Tag. Macht einmal im Quartal oder einmal im Jahr einen richtigen Attacke-Tag: einen Samstagmorgen im Büro, an dem Ihr wirklich einen Workshop macht. Was läuft schlecht? Wo müssen wir aufräumen? Trefft Euch bei einem Frühstück – und Du lädst ein. Es soll Deinen Mitarbeitern an nichts fehlen, wenn Ihr einmal im Quartal für die Firma so einen Attacke-Tag macht, um wieder klarzukommen und aufzuräumen. Aber das musst Du vorbereiten, das musst Du vorführen. Da musst Du an erster Stelle stehen.

Attacke-Tag im Betrieb: Einladung, Frühstück, Workshop und gemeinsames Aufräumen – der Chef geht voran
Der Attacke-Tag: Einladung, Frühstück, Workshop, Aufräumen – einmal im Quartal, vorbereitet und vorgeführt vom Chef.

Warum kannst Du Dich nicht hinter privaten Terminen verstecken?

Weil Deine Mitarbeiter wissen, wo Du bist. Erwarte nicht von Deinem Team, dass es private Termine wie einen Geburtstag absagt, wenn Du selbst jedes Mal sagst: „Oh, ich habe aber jetzt einen privaten Termin.“ Und Achtung: Deine Mitarbeiter bekommen raus, wo Du bist – spätestens über Social Media und Co. Mach also kein Geheimnis daraus.

Du darfst gern, wenn alles läuft, mittags um drei auf den Geburtstag gehen. Aber wenn Du nicht bereit bist, auch mal zu sagen: „Ich komme heute einfach erst um fünf“, dann erwarte das auch nicht von Deinen Mitarbeitern.

Warum ziehst Du Dir als Chef zuerst die Handschuhe an?

Weil unangenehme Arbeit leichter wird, wenn der Chef mit anpackt. Ich sage das auch als gelernter Mechatroniker: Es gibt unangenehme Sachen und Momente. Es gibt Maschinen, die sind voller Fett und Öl. Jetzt kann ich natürlich außen stehen und dem Mitarbeiter sagen: „Viel Spaß beim Reparieren.“

Oder ich bin der Erste, der sich die Handschuhe anzieht und sagt: „Junge, heute wird’s dreckig. Ich bin dabei, mach Dir keine Sorgen, das klappt schon.“ Rate mal, bei welchem Chef der Mitarbeiter beim nächsten Mal wieder mit anpackt.

Welche Aufgaben sind Chefsache?

Alles, woran viel Verantwortung und viel Geld hängt. Es gibt Momente, da kann man sich nicht einfach umdrehen und weggehen. Wenn bei uns bei Omega Mounting ein großer Kran kommt und es ein paar Stunden länger geht, dann ist das meine Aufgabe. Dann entlaste ich auch mal eine Führungskraft und sage: „Kollege, wenn Du Hilfe brauchst, ruf an, ich bin da.“ Und dann fahre ich selbst hin und kümmere mich darum.

Genauso, wenn ich will, dass meine Mitarbeiter etwas umsetzen: Dann muss ich mir die Zeit nehmen, mich hinsetzen und es vorführen.

Das ist übrigens kein Widerspruch dazu, dass Dein Betrieb auch ohne Dich laufen soll, wie ich es in Stirb auf Probe: Läuft Dein Betrieb ohne Dich? beschreibe. Im Alltag laufen die Dinge über Leitplanken und Dein Team. Führen durch Vorführen heißt: Wenn es drauf ankommt, stehst Du vorne – nicht, dass Du alles selbst machst.

Was habe ich im Vertrieb über Führung gelernt?

Amelie Laufer und Tobias Schott von Racoon Media an einer Säule – Führung durch Vorbild
Respekt bekommt, wer selbst zuerst zum Hörer greift.

Dass nur die Führungskraft Respekt bekommt, die selbst zuerst zum Hörer greift. Das durfte ich in meiner Vertriebskarriere damals lernen. Es ging darum, Versicherungen und Investmentprodukte zu verkaufen. Die, die nur über Umsatz geschwätzt haben, sind nicht respektiert worden.

Aber die, die vor Dir den Telefonhörer in die Hand genommen haben – noch an einem richtigen Telefon –, eine Nummer gewählt, den Kunden angerufen und ihn danach auch noch gewonnen haben: Was hatten die wohl für ein Standing? Die konnten sich im Büro alles erlauben. Das war die Führungskraft, der man zugehört hat. Die Führungskraft, deren Wort Gewicht hatte.

Weil das Führen durch Vorführen ist: Ich zeige Dir, wie Einwandbehandlung geht. Ich zeige Dir, dass auch ich am Telefon fertiggemacht werde. Das waren die Schlüsselmomente, mit denen ich als Unternehmer groß geworden bin: sich in schwierigen Situationen ganz nach vorne zu stellen, vor die Mannschaft. Niemanden nach vorne zu schicken, sondern zu sagen: Ich bin der Chef, ich führe durch Vorführen.

Was können Unternehmer von Königen lernen, die selbst in die Schlacht geritten sind?

Dass Menschen dem folgen, der vorne reitet – nicht dem, der von hinten ruft. Ein altes Bild, das mich Führen durch Vorführen immer wieder gelehrt hat, stammt aus den alten Ritterzeiten, als die Könige noch selbst in die Schlacht geritten sind. Nimm es als Metapher für die Schlacht, die Du heute mit Deinem Unternehmen schlägst.

Sei König Deines Unternehmens. Das meine ich nicht überheblich. Aber Achtung: Wenn Du als König hinter allen anderen Rittern und Knappen stehst, Dein Schwert hebst und rufst „Auf in die Schlacht!“, dann werden die langsam loslaufen und sich vor Angst in die Hose scheißen. Wenn Du aber hoch zu Ross vorwegreitest und rufst „Auf in die Schlacht, Männer!“, dann werden sie Dir folgen.

Das ist eine der wichtigsten Metaphern, die ich über Führen durch Vorführen gelernt habe. Wenn Du selbst nicht bereit bist, diesen Einsatz zu bringen, dann erwarte ihn nicht von Deinen Mitarbeitern – und auch nicht von Deinen Kunden.

Führen durch Vorführen: Schachbrett, der König steht vor seinen Bauern in der ersten Reihe – wer vorne reitet, dem folgen sie
Wer vorne reitet, dem folgen sie: Der König, der hinter allen steht und ruft, bekommt zögernde Schritte – der König vorn bekommt Gefolgschaft.

Wie führst Du Deine Kunden durch Vorführen?

Indem Du in Vorleistung gehst und den Weg vorgibst, statt Dich führen zu lassen. Geh bei Deinen Kunden einfach auch mal die Extrameile. Dein Kunde hat etwas nicht? Dann geh in eine Art Vorleistung. Du musst ihm nicht alles zeigen, aber Du musst ihm vorführen, wie es gehen könnte: „Lieber Kunde, ich habe da schon mal eine Statistik aufgemacht.“ „Lieber Kunde, ich habe da schon mal eine Machbarkeitsstudie gemacht.“

Damit führst Du Deinen Kunden aktiv durch das Projekt und wirst nicht von ihm geführt. Statt „Ja, äh, wann hätten Sie denn mal Zeit?“ gibst Du vor. Du führst durch Vorgeben und durch Vorleben. Wir machen das selbst genauso: Mit unserem Sichtbarkeits-Index haben wir für die Region schon mal ausgewertet, wie sichtbar die Betriebe bei Google sind – bevor uns jemand danach gefragt hat.

Warum Racoon Media?

  • Wir leben, was wir raten. Wir führen selbst mehrere Firmen und stehen selbst vorne, wenn es drauf ankommt – auf der Baustelle, im Büro und am Telefon.
  • Klartext statt Führungsseminar. Wir erzählen Dir nichts aus dem Lehrbuch, sondern das, was wir selbst mit unseren Teams erlebt haben.
  • Wir gehen in Vorleistung. Beim Analyse-Tag bekommst Du einen schriftlichen Fahrplan, nicht nur Folien.
  • Sparring auf Augenhöhe. Wenn Du als Chef vorangehen willst, aber nicht weißt, wo Du anfangen sollst, gehen wir die ersten Schritte mit Dir.
  • Direkter Draht zu Amelie und Tobias. Du hast unsere Handynummern.
  • Regional verankert: Zuhause in Rodgau, persönlich im Rhein-Main-Gebiet – und digital deutschlandweit.
Amelie Laufer und Tobias Schott, Gründer von Racoon Media in Rodgau
Wir leben, was wir raten.

Fazit: Reite vorne

Führen durch Vorführen ist kein Spruch für die Wand, sondern eine Entscheidung für jeden Tag: Du bleibst, wenn es länger geht. Du bist am Samstag als Erster da, wenn es drauf ankommt. Du ziehst Dir als Erster die Handschuhe an. Du greifst als Erster zum Hörer. Und Du gehst bei Deinen Kunden in Vorleistung, statt darauf zu warten, dass sie Dir sagen, was zu tun ist.

Verlang nichts, was Du nicht selbst bereit bist zu machen. Dann folgt Dir Dein Team – und Deine Kunden auch.

Wie viel Führung mit dem Halten guter Leute zu tun hat, zeigt der Blick auf Kündigungen: Gute Leute verlassen keine Firmen – sie verlassen Chaos.

Und Vormachen beginnt am Tag eins: Wie Du neue Mitarbeiter mit einem geplanten ersten Tag zum Bleiben bringst.

Der nächste Schritt nach dem Vorleben: Dein Team richtig in Entscheidungen einbeziehen – ohne die Führung abzugeben.

Passend dazu frisch im Blog: Führ erst Dich selbst: Warum Dein Betrieb Deine Muster kopiert – über Selbstführung als Grundlage jeder Führung.

Zum Vormachen gehört übrigens auch, eigene Fehler offen zuzugeben – wie daraus eine Kultur wird, in der Dein Team aus Fehlern lernt, statt sie zu verstecken, liest Du hier: Fehlerkultur im Unternehmen.

Jetzt kostenloses Erstgespräch anfragen – Racoon Media, Rodgau. Du willst vorangehen, weißt aber nicht, wo Du anfangen sollst? Der erste gemeinsame Schritt ist unser Analyse-Tag: ein Tag in Deinem Betrieb, an dessen Ende ein schriftlicher Fahrplan für die nächsten drei bis sechs Monate steht – auch für das Thema Führung. Persönlich in Heusenstamm, Mühlheim, Babenhausen und im gesamten Rhein-Main-Gebiet – digital deutschlandweit.

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Hey, mein Name ist Amelie und ich helfe Unternehmerinnen und Unternehmern dabei, sichtbar zu werden und ihre Wunschkunden anzuziehen. Melde Dich jetzt schnell & einfach für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch!

Amelie Laufer, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Racoon Media in Rodgau

Häufige Fragen zu Führen durch Vorführen

Führen durch Vorführen heißt, dass Du als Chef von Deinem Team nichts verlangst, was Du nicht selbst vormachst. Du führst durch Vorgeben und Vorleben statt durch Anweisungen: Du bleibst selbst länger, wenn es länger geht, packst bei unangenehmen Aufgaben als Erster mit an und stellst Dich in schwierigen Situationen vor Deine Mannschaft.

Beides meint dasselbe Prinzip. Vorführen betont aber das aktive Zeigen: Es reicht nicht, ein Vorbild zu sein, das man von Weitem sieht. Du musst mittendrin zeigen, wie es geht – am Telefon, in der Werkstatt, auf der Baustelle oder beim Kunden.

Nein. Wenn Dein Laden läuft, darfst Du Dein Wochenende genießen. Entscheidend ist, dass Du vorne stehst, wenn es drauf ankommt – und dass Du von Deinem Team keinen Einsatz verlangst, den Du selbst nicht bringen würdest.

Indem Du nicht sagst „Ihr müsst länger machen“, sondern „Wir machen länger. Ich bleibe da. Wer kommt mit?“. Wenn Mitarbeiter sehen, dass der Chef selbst die Extrameile geht, kommen sie mit, weil sie merken, dass es sich lohnt.

Ein Workshop-Tag einmal im Quartal oder einmal im Jahr, zum Beispiel an einem Samstagmorgen im Büro: Bei einem Frühstück, zu dem Du einlädst, besprecht Ihr gemeinsam, was schlecht läuft, und räumt auf. Du bereitest ihn vor, und Du bist als Erster da.

Nein. Im Alltag soll Dein Betrieb über klare Leitplanken und Dein Team laufen, auch ohne Dich. Führen durch Vorführen heißt, dass Du Standards vorlebst und bei den Aufgaben vorne stehst, an denen viel Verantwortung und viel Geld hängen.

Geh in Vorleistung: Zeig Deinem Kunden eine erste Auswertung, eine Statistik oder eine Machbarkeitsstudie, bevor er danach fragt, und gib den nächsten Schritt vor, statt zu fragen „Wann hätten Sie mal Zeit?“. So führst Du den Kunden durch das Projekt, statt Dich von ihm führen zu lassen.

Ja. Beim Analyse-Tag kommen neben Marketing und Vertrieb oft auch Mitarbeiter-Themen und Zahlen auf den Tisch. Wir schauen gemeinsam, wo Leitplanken fehlen und wo Du als Chef vorangehen musst, und halten das im schriftlichen Fahrplan fest.

Ja. Unser Büro steht in Rodgau, und wir sind persönlich in der ganzen Region unterwegs – von Heusenstamm, Mühlheim und Babenhausen über Offenbach und Hanau bis Frankfurt. Den Analyse-Tag machen wir bei Dir im Betrieb. Digital arbeiten wir deutschlandweit.

Tobias Schott, Unternehmer und Mitgründer von Racoon Media in Rodgau

Über den Autor: Tobias Schott

Tobias Schott ist Mitgründer von Racoon Media – seit über 18 Jahren Unternehmer und Investor, und bekannt dafür, auch unbequeme Wahrheiten offen auszusprechen. Er hat eigene Firmen durch existenzbedrohende Zeiten geführt und neu aufgebaut; genau diese Erfahrung steckt in seinen Artikeln über Strategie, Zahlen und Dranbleiben. Mehr über Tobias →

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