Kenne Deine Zahlen, Daten und Fakten – oder Du zahlst drauf

Die meisten Unternehmer, die wir kennen, haben ein gemeinsames Problem: Sie kennen die Zahlen, Daten und Fakten ihres eigenen Unternehmens nicht. Im Alltag werden wir von Emotionen gesteuert – und das ist auch irgendwie gut so. Aber in der Unternehmensführung zählt Bauchgefühl leider wenig. Da zählen harte Zahlen. Und zwar, wie das Sprichwort sagt: wie aus der Pistole geschossen.

Der Test ist simpel: Man muss Dich nachts um 3 Uhr wecken und fragen können: „Was kostet Dich dieser Mitarbeiter pro Stunde?“ Und Du musst antworten können: „Der kostet mich im Vollkostenbereich 34,28 €.“ Nicht ungefähr. Nicht so circa. Auf den Cent.

Drei Kostenfallen für Unternehmer: Netto statt Vollkosten, Transporter für 30 Cent statt über 1 Euro, Marge als Schätzwert
Die drei Kostenfallen: Netto ist nicht der Preis des Mitarbeiters, der Transporter kostet keine 30 Cent, und eine geschätzte Marge ist keine Marge.

Falle 1: „Netto“ ist nicht, was Dein Mitarbeiter kostet

Wenn wir Unternehmer nach den Stundenkosten ihrer Mitarbeiter fragen, kommt oft ein Achselzucken – und dann eine Zahl, in der schlicht die Lohnnebenkosten fehlen. Der echte Wert ist der Vollkostensatz: Brutto plus Arbeitgeberanteile, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld – alle Kosten, die ein Mitarbeiter außenrum produziert.

Diese Zahl musst Du kennen. Sonst legst Du pro verkaufter Stunde drauf – bei jedem einzelnen Auftrag, jeden Tag.

Vollkostensatz eines Mitarbeiters: Stapel aus Netto, Brutto, Arbeitgeberanteilen, Urlaubsgeld, Ausfallzeiten und Werkzeug
Was ein Mitarbeiter wirklich kostet: Netto, Brutto, Arbeitgeberanteile und alles außenrum – erst der Vollkostensatz gehört in Deinen Stundensatz.

Falle 2: Dein Transporter kostet keine 30 Cent

Racoon Media Analyse-Konzept: der gedruckte Fahrplan aus dem Analyse-Tag in den Händen einer Kundin
Erst rechnen, dann anbieten: Deine Kalkulation gehört schwarz auf weiß

Ein Klassiker, den gerade Handwerker unterschätzen: Was kostet eigentlich mein Auto? Die meisten setzen die 30 Cent an, die aus der Steuer bekannt sind – und rechnen die dem Kunden weiter.

Nur: Das ist der falsche Wert. Rechnet man es sauber aus, kostet ein Transporter – ein Sprinter zum Beispiel – gerne auch mal mehr als 1 € pro Kilometer. Wer dem Kunden 30 Cent berechnet, legt also pro gefahrenem Kilometer rund 70 Cent oben drauf. Aus eigener Tasche.

Falle 3: Deine Marge ist ein Schätzwert

Werkzeuge, Materialien, Produkte, die Du verkaufst – und die Frage: „Wie groß ist eigentlich Deine Marge?“ Auch die können die wenigsten Unternehmer direkt beantworten. Es sind Schätzwerte. Und mit Schätzwerten brauchst Du keine Firma zu führen.

Der Markt ist heute globalisiert und läuft vor allem online – dort vergleichen Deine Kunden die Preise. Genau deshalb musst Du Deine Preise und Deine Marge kennen: um Kunden schnelle Entscheidungen zu ermöglichen und in Verhandlungen sofort antworten zu können.

Zahlen geben Dir das Rückgrat in der Verhandlung

Du kannst kein Projekt unter Deinem Wert verkaufen. Dann heißt es eben: „Lieber Kunde, vielen Dank – aber ich sehe, wir kommen hier nicht weiter.“ Oder: „Für das Budget, das Du hast, muss ich Leistung kürzen.“

Diese Sätze kannst Du erst aussprechen, wenn Du – wie man so schön sagt – die notwendigen Eier in der Hose hast. Und die wachsen genau dort, wo Du Deine Zahlen, Daten und Fakten kennst. Erst dann fängst Du an, Deinen Laden vor dem Kunden so zu verteidigen, wie er verteidigt werden muss.

Mach Dir nichts vor: Viele von uns arbeiten das ganze Jahr – und haben am Ende trotz viel Umsatz leere Taschen. Genau da entscheidet sich, ob Du ein Unternehmen führst oder nur beschäftigt bist.

Deine Zahlen täglich auf einen Blick – nicht in 4 Wochen vom Steuerberater

Auf den Steuerberater zu warten und die Antwort drei bis vier Wochen später zu bekommen, ist nicht die richtige Lösung. Bis dahin hast Du längst das nächste Angebot unter Wert rausgeschickt. Wie Du Dir zusätzlich Notgroschen, Steuerrücklage und ein Mehrkontenmodell aufbaust, steht in Kassensturz im Unternehmen: Warum Du Deine Zahlen jeden Tag kennen musst.

Genau daran arbeiten wir mit Dir – gerne auch gestützt durch künstliche Intelligenz: dass Du jeden Tag Deine Zahlen, Daten und Fakten auf einen Blick erkennst. Vollkosten, Fahrzeugkosten, Margen – live statt im Rückspiegel.

Die fünf Zahlen, die Du nachts um drei können musst

Fünf Zahlen für nachts um drei: Vollkosten-Stunde, Fahrzeug-Tagessatz, Deckungsbeitrag, Liquiditäts-Reichweite, Marketing-ROI
Erst rechnen, dann anbieten: Deine Kalkulation gehört schwarz auf weiß

Damit aus dem Prinzip ein Werkzeug wird, hier die fünf Zahlen, die in jedem Betrieb den Unterschied machen. Erstens die Vollkosten-Stunde je Mitarbeiter – nicht der Lohnzettel, sondern alles drum herum. Zweitens der Tagessatz je Fahrzeug, sauber gerechnet statt geschätzt. Drittens der Deckungsbeitrag je Auftrag: nicht der Jahresschnitt, sondern DIESER Auftrag – denn im Schnitt kann alles gut aussehen, während drei Großaufträge Dich quersubventionieren. Viertens Deine Liquiditäts-Reichweite: Wie viele Wochen kommst Du ohne neuen Zahlungseingang aus? Wer das weiß, trifft Entscheidungen aus Ruhe statt aus Panik.

Und fünftens der Marketing-ROI: was Dich ein neuer Kunde kosten darf – die Zahl, ohne die jede Werbe-Entscheidung Bauchgefühl bleibt. Für die Tiefenbohrung zu Kontoständen, Reichweite und dem täglichen Blick aufs Geld haben wir einen eigenen Artikel: der Kassensturz. Die fünf Zahlen hier sind das Fundament – wer sie auswendig kann, verhandelt anders, kauft anders ein und schläft besser.

Wenn die Kennzahl zum Ziel wird: der blinde Fleck

Eine Warnung gehört zur Ehrlichkeit dazu: Zahlen können auch in die Irre führen – nämlich dann, wenn die Kennzahl selbst zum Ziel wird. Das klassische Beispiel ist der Umsatz: Wer nur auf volle Auftragsbücher schaut, optimiert sich in die Erschöpfung – Umsatz schmeichelt, Gewinn zählt. Miss, was Du verdienst, nicht, wie beschäftigt Du bist. Dasselbe gilt für Stundenzettel, Follower und jede andere Zahl, die sich gut anfühlt, ohne dass unterm Strich mehr bleibt.

Der zweite blinde Fleck: fremde Erfolgsgeschichten. Was bei anderen funktioniert hat, ist eine Anekdote – Deine eigenen Zahlen sind ein Beleg. Deshalb schlägt die ehrliche eigene Nachkalkulation jeden Ratgeber und jedes „Geheimrezept“. Und wenn die Zahlen zeigen, dass Du zu billig bist, folgt daraus der unbequemste und lukrativste Schritt überhaupt: Deine Preise durchsetzen.

Warum Racoon Media?

  • Ehrlich statt gefällig: Wir stellen die unbequemen Fragen – auch die nach Deinem Stundensatz nachts um 3.
  • Analyse zuerst: Bei uns beginnt jede Zusammenarbeit mit dem Analyse-Tag – Zahlen, Ziele und Baustellen kommen auf den Tisch, schriftlich mit Fahrplan.
  • Werkzeuge statt Bauchgefühl: Wir bauen mit Dir den Blick auf Deine täglichen Zahlen auf – gerne KI-gestützt.
  • Unternehmer unter Unternehmern: Wir führen selbst mehrere Betriebe und kennen leere Taschen trotz Umsatz aus eigener Erfahrung im Mittelstand.
  • Regional verankert: Zuhause in Rodgau, persönlich im Rhein-Main-Gebiet – und digital deutschlandweit.

Deine Zahlen sind übrigens auch Deine beste Verhandlungsbasis: Wer seine Kalkulation kennt, muss nicht über den Preis verkaufen.

Fazit: Wer seine Zahlen kennt, verhandelt anders

Emotionen gehören zum Unternehmertum – aber geführt wird mit Zahlen, Daten und Fakten. Vollkosten pro Mitarbeiterstunde, echte Fahrzeugkosten, echte Margen: Wer das aus der Pistole geschossen beantworten kann, verkauft nicht mehr unter Wert und verteidigt seinen Laden in jeder Verhandlung.

Deine Zahlen sind übrigens auch das zweite Fach im Stirb-auf-Probe-Ordner – was noch hineingehört, damit Dein Betrieb ohne Dich läuft, steht in Stirb auf Probe.

Jetzt kostenloses Erstgespräch anfragen – Racoon Media, Rodgau. Wir schauen gemeinsam, wo Deine Zahlen heute stehen und wie Du sie täglich auf einen Blick bekommst. Persönlich im Rhein-Main-Gebiet – und digital deutschlandweit.

Benötigst Du Unterstützung?

Hey, mein Name ist Amelie und ich helfe Unternehmerinnen und Unternehmern dabei, sichtbar zu werden und ihre Wunschkunden anzuziehen. Melde Dich jetzt schnell & einfach für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch!

Amelie Laufer, Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Racoon Media in Rodgau

Häufige Fragen (FAQ)

Deutlich mehr als das Netto- oder Bruttogehalt: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und alle Kosten, die ein Mitarbeiter außenrum produziert. Erst dieser Vollkostensatz sagt Dir, was eine verkaufte Stunde wirklich kosten muss.

Die 30 Cent sind ein steuerlicher Wert, keine Kalkulationsgrundlage. Rechnet man Anschaffung, Wartung, Versicherung, Kraftstoff und Wertverlust sauber zusammen, kostet ein Transporter schnell über 1 € pro Kilometer – die Differenz zahlst Du sonst aus eigener Tasche.

Indem Du sie ausrechnest statt schätzt: Einkaufspreis plus alle Nebenkosten gegen den tatsächlichen Verkaufspreis – pro Produkt, pro Werkzeug, pro Leistung. Mit Schätzwerten führst Du keine Firma.

Sicherheit und Tempo: Du kannst sofort sagen, ab wann sich ein Auftrag nicht mehr lohnt – und dann auch „Nein“ sagen oder Leistung kürzen, statt unter Wert zu verkaufen. Kunden vergleichen heute online; wer seine Zahlen kennt, antwortet schneller.

Nein – die kommt drei bis vier Wochen später und blickt zurück. Entscheidungen triffst Du aber heute: beim Angebot, in der Verhandlung, beim Einkauf. Deshalb brauchst Du Deine Zahlen täglich auf einen Blick.

Wir arbeiten mit Dir daran – gerne auch gestützt durch künstliche Intelligenz –, dass Du Deine Zahlen, Daten und Fakten jeden Tag auf einen Blick siehst: Vollkosten, Fahrzeugkosten, Margen. Der Einstieg ist ein kostenloses Erstgespräch.

Mit der Vollkosten-Stunde Deiner Mitarbeiter – sie steckt in fast jedem Angebot, das Du schreibst. Danach der Deckungsbeitrag Deiner drei häufigsten Auftragsarten. Allein diese beiden Zahlen decken die meisten stillen Draufleger auf.

Die Kern-Zahlen (Kontostand, offene Posten, Auftragsbestand) täglich auf einen Blick, die Kalkulations-Zahlen bei jedem Angebot, die große Runde (Monat, Deckungsbeiträge, Reichweite) einmal im Monat als fester Termin. Entscheidend ist der Rhythmus, nicht die Perfektion.

Nein – ein sauber gepflegtes Tabellenblatt schlägt jedes ungenutzte Programm. Sobald der Rhythmus steht, lohnt sich Automatisierung: Daten aus Buchhaltung und Bank zusammenziehen, gern KI-gestützt, damit die Zahlen ohne Fleißarbeit aktuell sind. Das Werkzeug folgt der Gewohnheit, nicht umgekehrt.

Der Steuerberater schaut zurück – oft drei bis vier Wochen versetzt und mit der Steuer-Brille. Führen musst Du nach vorn: heute entscheiden, was morgen kostet und bringt. Seine Auswertungen sind eine wertvolle Kontrolle, aber kein Ersatz für Deine täglichen Betriebszahlen.

Tobias Schott, Unternehmer und Mitgründer von Racoon Media in Rodgau

Über den Autor: Tobias Schott

Tobias Schott ist Mitgründer von Racoon Media – seit über 18 Jahren Unternehmer und Investor, und bekannt dafür, auch unbequeme Wahrheiten offen auszusprechen. Er hat eigene Firmen durch existenzbedrohende Zeiten geführt und neu aufgebaut; genau diese Erfahrung steckt in seinen Artikeln über Strategie, Zahlen und Dranbleiben. Mehr über Tobias →

Du willst das für Deinen Betrieb durchsprechen? Unternehmensberatung von Unternehmern – Analyse-Tag anfragen →

Das könnte Dich auch interessieren

Anrufen WhatsApp Anfrage
WhatsApp Schreib uns Deine Anfrage